Konzept

Eckpunkte für die Landpastoral im Erzbistum Paderborn

„Landpastoral“ taucht als Begriff neuerdings wieder vermehrt in der allgemeinen kircheninternen Diskussion auf. Er dient einerseits als Abgrenzung zur in den vergangenen Jahren erstarkten „City-Pastoral“, andererseits wird er kritisch angefragt: „Braucht es überhaupt eine besondere Landpastoral?“ 

Das Erzbistum Paderborn selbst ist ein in weiten Teilen ländlich geprägtes Gebiet, viele der 19 Dekanate sind überwiegend dörflich strukturiert. 

Doch die bislang tragfähige Symbiose von Kirche und Dorf verblasst und fällt faktisch teilweise auseinander. „Die Kirche muss im Dorf bleiben!“ Doch gleichermaßen gilt: „Das Dorf muss in der Kirche bleiben!“ Zwischen diesen beiden Thesen spielen sich aktuelle pastorale Suchbewegungen ab.

 

Auftrag der Diözese

Diese Situation vor Augen hat die Paderborner Bistumsleitung der Katholischen Landvolkshochschule „Anton Heinen“ Hardehausen das Vertrauen zugesprochen und sie beauftragt, das eigene Profil zu schärfen mit dem Ziel, Landpastorales Zentrum im Erzbistum Paderborn zu werden. 

Dadurch erhält die Landpastoral ein spürbares Gewicht, nicht nur in der Kommunikation nach außen, sondern auch nach innen - in die innerkirchliche Wahrnehmung hinein.

Dieser Bistumsauftrag zur Profilierung der Landvolkshochschule Hardehausen steht im Zusammenhang mit der allgemeinen Umstrukturierung der Erzdiözese Paderborn, als deren Folge die mittlere Ebene (Dekanat) gestrafft und die Bildungslandschaft insgesamt neu aufgestellt wurde. So wurden die Dekanatsbildungswerke an die neuen Dekanate angegliedert und aus den Familienbildungsstätten sind fünf neue Bildungsstätten für Erwachsenen- und Familienbildung (KBS) entstanden. Parallel dazu unterziehen sich die fünf bistumseigenen Häuser der Erwachsenenbildung (Liborianum Paderborn, Katholische Akademie Schwerte, Kommende Dortmund, Bildungsstätte St. Bonifatius Elkeringhausen und Katholische Landvolkshochschule „Anton Heinen“ Hardehausen) einem je eigenen Prozess der Konzeptentwicklung.

Die Landvolkshochschule Hardehausen sieht diesem Auftrag mit Freude entgegen; sie fühlt sich als der „natürliche Ort“ im Erzbistum Paderborn für diese Aufgabe. 


Ziele der Landpastoral im Erzbistum

Das Erzbistum Paderborn verfolgt mit der Profilierung der Landpastoral folgende Ziele:


Die Lebenswirklichkeit der Menschen auf dem Land sehen und wertschätzen

 die Besonderheiten des dörflichen Raumes (Überschaubarkeit, Umgang mit Konflikten im guten wie bedenklichen Sinn, Relevanz ehrenamtlicher Vereine, Naturnähe, Spagat zwischen Tradition und Moderne) wahrnehmen

 die Soziologie des Dorfes verstehen

 demografische Entwicklungen mit ihren landspezifischen Konsequenzen ernst nehmen

 

Die religiöse Bildung für den ländlichen Raum weiterentwickeln und koordinieren

• den eigenen Glauben verstehen

• den eigenen Glauben ausdrücken und weitergeben

• ehrenamtlich Engagierte stärken und inspirieren 

• gute Beispiele multiplizieren

 

Die Selbstorganisationskräfte der ländlichen Kirchengemeinden im Pastoralverbund stützen und fördern.

 Funktionen und Aufgaben der Vereine sehen und einbinden

 Ehrenamtliches Selbstbewusstsein stärken

 

Eine lebensraumbezogene Pastoral mit einer gemeindlichen Pastoral in eine fruchtbare, kreative Balance bringen

 Forum für verschiedene Gemeindemodelle sein

 Forum für die Vielfalt liturgischer Formen und Orte sein

Die Rolle der Landvolkshochschule Hardehausen in der Landpastoral des Erzbistums Paderborn
Schon heute spielt die Landvolkshochschule Hardehausen eine wichtigen Part im Konzert der landpastoralen Arbeit: Die Menschen kommen überwiegend aus ländlich geprägten Regionen. Das ehemalige Zisterzienserkloster bietet eine Umgebung, in der Leben und Glauben den Einklang miteinander finden. Die Veranstaltungen „atmen“ diese Harmonie, geprägt durch das Vorleben des Mitarbeiterteams.

Mit der Zuschreibung „landpastorales Zentrum Hardehausen“ darf und soll die Landvolkshochschule Hardehausen zukünftig im Feld der Landpastoral einen Beitrag leisten, der die bisherige Aufgabenstellung weiterentwickelt und profiliert:

Ort der Vernetzung der landpastoralen Akteure im Erzbistum

Koordination der Landpastoral im Erzbistum

Fachstelle für Landpastoral

Impuls- und Ideengeber für eine zeitgemäße Landpastoral

Visionen für eine landpastorale Zukunft mit-/ weiter-/ entwickeln

Modellhafte Angebote durchführen

 

Konkrete Maßnahmen könnten folgende sein:

Regelmäßige Foren zur Landpastoral mit Wirkung über das Bistum hinaus

Seminare zur geistlichen Vergewisserung von Pfarrgemeinderats-Mitgliedern

Gesprächspartner für die Priesterfortbildung

Inhaltliche Bausteine für die Konzeptentwicklung in ländlichen Pastoralverbünden

Dekanatspastoralkonferenzen zum Thema Landpastoral

Workshops zum Thema „Zukunft der Kirche auf dem Land“

Priester erlernen die „Sprache des Dorfes“

Zusammenstellung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Dorfsoziologie

Anwalt des landpastoralen Anliegens

 

Orte der Kooperationen

Landpastoral geschieht tagtäglich in großen und kleinen Dimensionen. Viele Personen, Gruppen, Verbände und Gemeinden im Erzbistum Paderborn tragen – und trugen seit Jahrhunderten - mit vielerlei Angeboten zum Profil der landpastoralen Arbeit bei. Einige seien beispielhaft erwähnt, um einen kleinen Einblick zu erhalten, wie zahlreich und lebendig bereits gearbeitet wird:

Pastoralverbünde/ Gemeinden: alle Gottesdienste/ Aktivitäten, die in ländlich geprägten Gemeinden gefeiert/ durchgeführt werden.          
Hier ist letztlich der Ort, an dem sich alle Ideen und Konzepte bewähren müssen.

Dekanate im ländlichen Raum: fachlicher Austausch mit Haupt- und Ehrenamt, Unterstützung und Begleitung der Pastoralverbünde

Katholische Bildungsstätten für Erwachsenen- und Familienbildung (KBS) im ländlichen Raum: Lektorenschulungen, Einführung in die Sinus-Milieu-StudieKatholische Landjugendbewegung (KLJB): Liturgieworkshops für Jugendliche

Einrichtungen der Aus- und Fortbildung für die pastoralen Berufe: Seminarbausteine Landpastoral, Dorfsoziologie

Hauptabteilung Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat: Konzeptentwicklungen in Kooperation mit ländlichen Gemeinden/ Pfarrverbünden/ Dekanaten

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