Grundkurs Hardehausen - sechs Wochen, die verbinden
Wer in diesen Tagen durch die Flure der Landvolkshochschule Hardehausen geht, merkt schnell: Hier ist ordentlich Leben drin. Seit vier Wochen läuft dort der insgesamt sechswöchige Grundkurs, an dem 24 junge Menschen zwischen 19 und 28 Jahren teilnehmen – überwiegend aus NRW, viele direkt aus dem Kreis Warburg, ergänzt durch einige aus Hessen und Niedersachsen.
Was sie verbindet, ist die Landwirtschaft. Fast alle kommen von landwirtschaftlichen Betrieben, viele haben ihre Ausbildung als Landwirt oder Landwirtin bereits abgeschlossen, andere stehen kurz vor der Fachschule oder bringen sogar schon einen Masterabschluss mit. Trotz dieser unterschiedlichen Wege hat sich die Gruppe in kürzester Zeit zu einer eingeschworenen Gemeinschaft entwickelt – fast so, als würde man sich schon seit Jahren kennen.
Bereits in der ersten Woche sorgten Kennenlernspiele und selbst gestaltete Vorstellungsplakate dafür, dass man schnell miteinander ins Gespräch kam und Hemmschwellen abgebaut wurden. In den darauffolgenden Wochen prägten vor allem zahlreiche Betriebsbesichtigungen den Kursalltag – sowohl auf den Höfen der Teilnehmenden als auch bei Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Besonders für die vielen angehenden Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter waren dabei Betriebe mit zusätzlichen Einkommensstandbeinen von großem Interesse.
Neben dem fachlichen Lernen berichten die Teilnehmenden vor allem von viel Spaß, neuen Freundschaften und persönlicher Weiterentwicklung – unter anderem unterstützt durch Methoden wie das DISG-Modell. Besonders gut kamen dabei die Einheiten zu Kommunikation, Rhetorik und der Knigge-Kurs an, der mit einem gemeinsamen schicken Essen in Anzug und Kleid abgerundet wurde.
Ein besonderer Höhepunkt des Kurses war die sechstägige Studienfahrt nach Hohebuch in der Nähe von Heilbronn. Die Teilnehmenden erlebten dort ein dichtes und abwechslungsreiches Programm mit vielfältigen Einblicken – vom Besuch des Technik Museums Sinsheim über eine Werksrundfahrt bei BASF bis hin zu zahlreichen Betriebsbesichtigungen, die vom Weinbau bis zu Betrieben mit touristischem Schwerpunkt wie Campingplätzen reichten. Und auch abseits des Programms kam das Miteinander nicht zu kurz: Gemeinsame Abende, oft feuchtfröhlich und voller guter Gespräche, stärkten den Zusammenhalt der Gruppe zusätzlich.
In den kommenden zwei Wochen folgen weitere Exkursionen sowie thematische Einheiten zu Demokratie, Mitarbeiterführung und den Zukunftsfragen der Landwirtschaft. Den feierlichen Abschluss bildet traditionell das Winterfest, bei dem Familie und Freunde der Teilnehmer sowie ehemalige Grundkurse zusammenkommen.